LILIOM
Ferenc Molnár
Inszenierung Jan Philipp Gloger
Bühne Bettina Kraus
Kostüme Marie Roth
Dramaturgie Marie Rötzer
Das Stadtwäldchen
Liliom ist Ausrufer und bester Anheizer beim Karussell im Vergnügungspark des Budapester Stadtwäldchens. Er ist laut und brutal, gewalttätig und kriminell. Er ist aber auch unwiderstehlich und charmant, ein Vorstadt-Casanova, ein Entertainer. Er unterhält Männer und Frauen mit seinen Witzen und Liedern, und er liebt seine Freiheit. Die Freiheit im Leben und in der Liebe.
Die Liebe
Als Liliom mit dem jungen Dienstmädchen Julie heftig flirtet, wird Frau Muskat, seine Chefin, mit der er auch ein Verhältnis hat, so eifersüchtig, dass sie ihm die Anstellung am Karussell kündigt und ihn vor die Tür setzt. Auch Julie verliert ihre Stelle. Die beiden bleiben zusammen, doch Liliom findet sich im bürgerlichen Leben, außerhalb des Rummelplatzes, nicht zurecht. Julies bedingungslose Liebe überfordert ihn. Er küsst sie, und er schlägt sie. Liliom kann seine Gefühle nicht zeigen. Die Verantwortung für einen anderen Menschen, Sprachlosigkeit und die Angst vor dem Versagen treiben Liliom zu Gewalt wie zu Ohnmachtsgefühlen.
Der Tod
Als Julie schwanger wird, verschärft sich die Situation. Er sehnt sich immer mehr nach seinem alten Leben, nach seiner Freiheit und dem Erfolg bei den Frauen als Jahrmarktausrufer.
Aber er ist zu stolz, um das Angebot von Frau Muskat, wieder zurückzukommen, anzunehmen. Liliom braucht dringend Geld. Ein Freund überredet ihn zu einem Raubüberfall. Sie sind sogar zum Mord bereit, um an das Geld zu kommen. Wenn alles klappt, will Liliom nach Amerika und dort ein besseres Leben beginnen. Aber der Überfall geht schief. Der Komplize flieht und Liliom wird gestellt. Noch ehe er verhaftet werden kann, bringt er sich selber um.
Im Himmel
Im Jenseits trifft Liliom auf „himmlische" Beamte, die ihn über sein wenig geglücktes Leben verhören. Sechzehn Jahre im Fegefeuer soll er seine Schuld abtragen. Dann bekommt er eine zweite Chance. Er darf für einen Tag zurück ins Leben, um Julie und ihrem gemeinsamen Kind etwas Gutes zu tun.
Die Sehnsucht
Ferenc Molnárs Vorstadtlegende „Liliom" ist 1909, in der Endphase der Österreich-ungarischen Monarchie, entstanden. Es ist die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der sich die Unterschicht zu emanzipieren beginnt. Aber Molnárs Liliom verweigert das Sich-Einrichten in der (klein-) bürgerlichen Welt. Mit anarchischer Energie bricht er aus der Enge der Verhältnisse aus und landet in der Halbwelt der Spieler und Kleinkriminellen.
Einzig Julies kompromisslose Liebe kann ihn halten. „Liliom" ist kein romantisches Sozialdrama, auch kein gesellschaftskritisches Volksstück. Vielmehr ist es ein Stück über eine große, eine abgrundtiefe Liebe, die sowohl rohe Gewalt als auch absolute Hingabe wie selbstverständlich in sich vereint.
Premiere am 5. Mai 2012, Großes Haus










