Pressestimmen

"Mit einem klug eingefädelten Setting geht das Mainzer Staatstheater die deutsche Erstaufführung von Kathrin Rögglas 'Machthaber' an."
"Die Darsteller sind sowohl fit als auch fertig, daraus entsteht sowohl eine sportliche Spannung - was geht noch, wann muss Schluss sein - als auch ein großartiges Bild des im weitesten Sinne berufstätigen Menschen."

"Eine voltenreiche Choreografie hat Horwitz entwickelt, der die Puste nicht ausgeht."
Frankfurter Rundschau, 21. Januar 2013

 

"Der Auflösung der Szenenstruktur mit Wändeöffnen und tropfendem Kunststoffschleim, welcher die ‚Machthaber‘ zum allesfressenden Blob erklärt, folgt nämlich eine von Brecht inspirierte, KomIntern-Zeiten und Kapitalismuskritik atmende Lehrstück-Koda mittels uralter Toneinspielungen.
Denn in der Tat: So ernst und noch viel tragischer ist die Farce unserer Finanzkrise."

Frankfurter Neue Presse, 23. Januar 2013

Die Finanzkrise ist ein Phantom: Gejagt, verdrängt und neu heraufbeschworen, bleibt sie immer flüchtig, ihre globalen Konsequenzen abstrakt. In „Machthaber“ versucht sich Kathrin Röggla, analytische Beobachterin der Wirtschaftskriege unserer Tage, als Phantomjägerin. Hinter dem permanenten Alarmzustand spürt sie vor allem den Strategien des Leugnens und Verdrängens der aktuellen Krise nach. Dazu versammelt sie Bürolandschaftsbewohner der oberen Etagen in einem Sitzungszimmer: Notenbankchef, Investmentbanker, Unternehmer und Politiker. In einer Spielanordnung, deren Zielsetzung unklar bleibt, sind sie aufeinander losgelassen. Reflexhaft befolgen sie das „alte neoliberale paradox: teamfähigkeit zu beweisen und gleichzeitig nummer eins zu sein“, traktieren sich gegenseitig mit ihrem vermeintlichen Versagen. Der Schlagabtausch der Wirtschaftsführer ist geprägt vom Vokabular des Krieges und der Katastrophen – an der Börse rollen Köpfe, und der Finanztsunami naht unerbittlich. Fragen nach Urheberschaft und Verantwortung verschwinden dabei in der Röggla’schen kunstvoll indirekten Rede vager Anschuldigungen – ein gelungenes Bild für die abgehobene Sprache der Finanzwelt und ihre von der Außenwelt oft abgekoppelten Entscheidungen. Kathrin Röggla ist 2012 Mainzer Stadtschreiberin.

 

Premiere am 20. Januar 2013, Deck 3

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Kathrin Röggla

 

Inszenierung Johannes Schmit

Bühne und Kostüme, Co-Regie Markus Wagner

Choreografie, Co-Regie Miriam Horwitz

Dramaturgie Katharina Gerschler

 

Ulrike Beerbaum

Karoline Reinke

Zlatko Maltar

Aram Tafreshian