Der Prinz von Homburg | Staatstheater Mainz


Pressestimmen

"Die 1991 vom Komponisten Henze noch einmal überarbeitete Fassung verlangt von den Protagonisten enorme vokale Kräfte und eloquente Virtuosität. Für Natalie Vida Mikneviciute ist weder das eine noch das andere eine Hürde. Sie überragt das hervorragende Ensemble deutlich. Für seinen intensiv gestalteten Prinzen geht Christian Miedl bis an seine Grenzen."

 

"In Mainz erleben die Opernbesucher [...] eine Innenschau, eine durchchoreografierte, beinahe surreale Albtraumwelt von großer Klasse."

 

"Dem zeitlebens politisch wachen Henze hätte möglicherweise nicht nur dieses deutliche, aber nicht plakative Fazit gefallen. Ihm hätte wohl die gesamte Inszenierung zugesagt. Das Publikum in Mainz jedenfalls war begeistert."

Gießener Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2013

 

"Souverän bewegt sich das Staatsorchester unter Hermann Bäumers Leitung in diesem  anspruchsvollen, harten Kontrastprogramm aus kalt glitzernder Gloria und kammermusikalisch beseelter Traumwelt, aus der wunderschöne Instrumentalsoli hervorleuchten. [...] Dieser vorzüglichen Orchesterleitung ist das Sängerensemble ebenbürtig."

 

"Die "szenische Analyse" von Christof Nels Mitarbeiterin Martina Jochem wird auch in diesem Fall zur präzisen Konturierung der Charaktere in einer ausgesprochen spannungsreichen Personenführung beigetragen haben."

Allgemeine Zeitung Mainz, 14. Januar 2013

 

"Schließlich die Sänger: brilliant Alexander Spemann als Friedrich, Vida Mikneviciute als Prinzessin Natalie und Christian Miedl als Prinz Friedrich. Auch der Rest der Truppe: erstklassig!"

 

"Eine Klang-Invasion, die sich auf die Bühne ausweitet."

Frankfurter Rundschau, 14. Januar 2013

 

"Nel führt tief hinein in die Welt des Nachtwandlers Homburg, entblößt den (...) traumatisierten Antihelden. Er lässt innere Räume dieses zum Träumen Verdammten betreten und erleben. Henzes fulminante Klangsprache entfaltet sich parallel zu."

Faustkultur.de, 14. Januar 2013

 

"Geradezu verblüffend gerät allerdings die großartige Leistung Vida Mikneviciutes als Prinzessin Natalie: Sie wirft - bombensicher im heiklen Notentext Henzes - mit klangvollen Spitzen nur so um sich, zeigt erstaunliche Kondition und eine Klangstärke, die auch die großen Ensembles mühelos anführt."

Mainzer Rhein-Zeitung, 14. Januar 2013

 

 

Am Vorabend der Schlacht von Fehrbellin erträumt sich Prinz Friedrich von Homburg nachtwandelnd den Sieg und die Hand Nataliens, der Nichte des Kurfürsten. Der Prinz ist noch wie benommen, als der Kurfürst ihm den Befehl erteilt, am nächsten Tag nicht eigenmächtig in das Kampfgeschehen einzugreifen. In den Kriegshandlungen des nächsten Tages lässt sich der Prinz genau diese Eigenmächtigkeit zuschulden kommen und wird zum Tode verurteilt.

Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann entrissen mit ihrem 1960 uraufgeführten Werk Heinrich von Kleist der nationalistischen Lektüre, die seit dem 19. Jahrhundert beherrschend gewesen war und die in der Geschichte des Prinzen die erfolgreiche Heranzüchtung eines Kriegers im Dienste Preußens gesehen hatte. In dieser Lesart waren alle Unschärfen, die Heinrich von Kleists Schauspiel ausmachen, eliminiert worden. Hans Werner Henze sah in Kleists Schauspiel mehr die „italienische Oper“, und Ingeborg Bachmann meinte, das Werk sei nicht dazu angetan irgendeinem existierenden Staat als Legitimation zu dienen. In ihren Augen hatte die Utopie einer Gesellschaft, in der die Anarchie der Träume zu ihrem Recht kommt, größeres Gewicht. Hans Werner Henze komponierte eine unvergleichlich schöne und traurige Musik, die zwischen Traum und Staatsräson einen unendlich reichen Kosmos der Farben und Gefühle entfaltet.

 

Christof Nel,

prägender Regisseur der deutschen Theaterlandschaft, mit Inszenierungen u. a. an der Oper Frankfurt, der Staatsoper Unter den Linden, der Staatsoper Stuttgart und der Bayerischen Staatsoper in München.

 

Premiere am 12. Januar 2013, Großes Haus

 

Die Premierenvorstellung wird live von Deutschlandradio Kultur gesendet. In Mainz ist Deutschlandradio Kultur über 107,2 MHz und im neuen Digitalradio zu empfangen.

Oper in drei Akten von Hans Werner Henze
nach dem Schauspiel von Heinrich von Kleist
für Musik eingerichtet von Ingeborg Bachmann

 

Musikalische Leitung Hermann Bäumer

Inszenierung Christof Nel

Szenische Analyse Martina Jochem

Bühne Roland Aeschlimann

Kostüme Barbara Aigner

Dramaturgie Carsten Jenß

 

Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg Alexander Spemann

Die Kurfürstin Sanja Anastasia

Prinzessin Natalie von Oranien Vida Mikneviciute

Feldmarschall Dörfling Heikki Kilpeläinen

Prinz Friedrich Artur von Homburg Christian Miedl

Graf Hohenzollern Thorsten Büttner

Obrist von Kollwitz Ks. Hans-Otto Weiß

Wachtmeister Dietrich Greve

1. Offizier Christian Rathgeber

2. Offizier Richard Logiewa

3. Offizier Dmitriy Ryabchikov

1. Hofdame Saem You

2. Hofdame Ahra Cho

3. Hofdame Judith Christ-Küchenmeister

1. Heiducke Alexej Egorov

2. Heiducke Marc-Eric Schmidt

 

Philharmonisches Staatsorchester Mainz