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An alle Mitmenschen

Extrazeitung

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Das Bild hunderter weißer Flugblätter, die in den Lichthof der Münchener Universität schneien, haben wir in unserem kollektiven Gedächtnis gespeichert. Es ist ein grausam-poetisches Bild, denn dieses Flugblatt VI der Widerstandsgruppe Weiße Rose führte zur Verhaftung und Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl und vieler anderer. Auch Zofia Posmysz, deren Roman die Grundlage für die Oper Die Passagierin bildet, wurde unter anderem wegen der Vervielfältigung von Flugblättern verhaftet und nach Auschwitz verschleppt.

Mit der Premiere von Die Passagierin am 19. Januar und von Weiße Rose am 13. März sowie mit einem umfangreichen Rahmenprogramm wollen wir an den Mut und die Würde dieser Menschen erinnern, die mit ihrem Leben für Humanität eingestanden sind. Angesichts der bevorstehenden Europawahlen und der Wahlen in drei Landtagen, in denen Mehrheiten einer Partei zu befürchten sind, die offen rechtsextreme Positionen vertritt, und angesichts eines immer stärker wuchernden Antisemitismus sowie wachsendem Hass gegenüber Migrant*innen gilt es, deutlich Position zu beziehen und das Wort Mitmenschlichkeit mit Inhalt zu füllen. „Wenn das Echo ihrer Stimmen verhallt, gehen wir zugrunde“, dieses Zitat ist der Oper Die Passagierin vorangestellt. Das Echo verhallt nicht, wenn wir ihm einen Resonanzraum geben, das Theater ist ein guter Ort dafür. Und wenn wir alle vor, auf und hinter der Bühne mit unseren Stimmen das Echo verstärken.

„Never again is now“ steht in großen Buchstaben über dem Jüdischen Museum in Frankfurt. Nie wieder ist jetzt. Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihrem Besuch bei diesen Veranstaltungen zeigen, dass wir viele sind.



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Mainz