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Wenn das Echo ihrer Stimmen verhallt, gehen wir zugrunde

Rahmenprogramm zur Oper Die Passagierin

„Wenn das Echo ihrer Stimmen verhallt, gehen wir zugrunde.“ Dieses Zitat des Résistance-Kämpfers Paul Éluard haben Komponist Mieczysław Weinberg und Librettist Alexander Medwedjew ihrer Oper Die Passagierin vorangestellt. Sie betonen damit die unbedingte Notwendigkeit des Erinnerns an alle Menschen, die durch den Nationalsozialismus ums Leben kamen, sowie die niemals nachlassende Wichtigkeit, den Stimmen der Überlebenden unser Gehör zu schenken. Gerade in Zeiten des grassierenden Antisemitismus auf der ganzen Welt wie auch in Deutschland, erscheint uns diese Botschaft in besonderem Maße relevant: Niemals vergessen! Mit Weinbergs Oper, welche auf dem gleichnamigen Roman der polnischen Autorin und Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz basiert, möchten wir uns erinnern – an Opfer und Täter, aber auch an mutige Widerständler.

So ist auch Udo Zimmermanns Weiße Rose auf dem Spielplan um zu gedenken. Die Kammeroper beschreibt die Stunde vor der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl am 22. Februar 1943. Das Geschwisterpaar gehörte zur Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ und waren dabei festgenommen worden, als sie Flugblätter mit Anti-Hitler-Parolen im Lichthof der Münchner Universität abgeworfen hatten. Sie wurden dafür zum Tode verurteilt. Dieses eindrucksvolle Duett der Geschwister ist ein einziges Flehen um inneren Frieden.

Diese beiden wichtigen Werke des Musiktheaters sind von Januar bis Mai am Staatstheater Mainz zu erleben. Flankiert werden sie von einem vielseitigen Rahmenprogramm: Eine Ausstellung im Foyer des Großen Hauses lässt uns in Erinnerungen von Zofia Posmysz eintauchen, mit einer Stadtführung begeben wir uns auf die Spuren jüdischen Lebens in Mainz, in Einführungen und Nachgesprächen geben Beteiligte der Produktionen sehr persönliche Einblicke in ihre Arbeit an den beiden Werken. Die wunderbare Lebendigkeit und klangliche Vielfalt der jüdischen Kultur feiern wir mit einer Revue der Sängerin Dalia Schaechter und ihrer Band. In seinem Buch Ich habe Wut und Hass besiegt, das Autor Thilo Komma Pöllath in der Kakadu Bar vorstellen wird, befragt er die 94-jährige Rachel Hanan nach ihren Erinnerungen an das Überleben im KZ. Damit kommt eine der letzten noch lebenden Zeitzeuginnen zu Wort. Auf dass das Echo ihrer Stimmen für immer lebendig bleibe!

- Die Passagierin / ab 19.1.
- Ausstellung: Mich hat Auschwitz aber nie verlassen / ab 19.1.
- Stadtspaziergang: Stolpern im Kopf und im Herzen / 28.1., 24.2., 17.3.
- Lesung mit Musik: Das Glück hat sich Häftlingskleider angezogen / 29.1.
- Einblick: Weiße Rose / 1.3.
- Lesung: Ich habe Wut und Hass besiegt / 6.3.
- Weiße Rose / ab 13.3.
- Musikalische Revue: Warschau - New York - Tel Aviv / 28.3.


[Programmflyer zum Download]



Staatstheater
Mainz