Olli Mustonen
*Valoa kohti (Towards the Light)*
Béla Bartók
Der wunderbare Mandarin (Suite aus dem Ballett) op. 19 Sz. 73
Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73
Olli Mustonen
Sinfonie Nr. 2, Johannes Angelos
Olli Mustonen spielt in unserer heutigen Musikwelt eine außergewöhnliche Rolle – ganz in der Tradition großer Meister wie etwa Rachmaninoff, Busoni oder Enescu genießt er hohes Ansehen sowohl als Pianist und Dirigent als auch als Komponist. In seinem Klavierspiel und seinem Dirigat folgt er stets der tiefen Überzeugung, dass jede Aufführung den Geist einer Uraufführung atmen sollte, so dass Interpret*in und Publikum einander als Zeitgenoss*innen begegnen können.
Valoa kohti (Towards the light), ursprünglich zu Beginn der Coronapandemie für Blechbläserquintett komponiert, eröffnet dieses Sinfoniekonzert innerhalb des Mainzer Komponist*innenportraits und beweist Relevanz auch in postpandemischen Zeiten. Prägend und einflussreich ist für Mustonens Schaffen u. a. der ungarische Komponist Belá Bartók. Das zweite Werk dieses Abends trägt dem Rechnung:
Der wunderbare Mandarin ist Bartóks drittes und letztes Bühnenwerk und wurde 1926 als Tanzpantomime uraufgeführt, artete aber wegen der als unmoralisch empfundenen Handlung (Prostitution, Zuhälterei, Gewalt) und expressionistischer Musik in einen Skandal aus und wurde sofort wieder vom Programm genommen. Im darauffolgenden Jahr fertigte Bartók aus der Ballettmusik seine berühmt gewordene Konzertsuite – und brach damit endgültig die traditionell-romantische Form.
Für den Pianisten Olli Mustonen ist Ludwig van Beethovens hochvirtuoses Klavierkonzert Nr. 5 ein Werk ganz nach seinem Geschmack: Anders als es sein Beiname
Emperor Concerto suggeriert, ist es kein allein von Heroismus geprägtes Werk. Es hat überraschend sanfte, intime Momente, in denen der Pianist seine Expressivität und die Intensität seines Spiels zur Geltung bringen kann. Mustonens kristallklarer, fast perkussiver Anschlag und das Wechselspiel zwischen explosiven Ausbrüchen und einfühlsamer Zurückhaltung zeichnen seine Interpretationen aus.
„Zu meiner Sinfonie Nr. 2 wurde ich durch den Roman
Der dunkle Engel von Mika Waltari inspiriert, der im Jahr 1453 spielt und die Ereignisse rund um die letzten Tage des byzantinischen Konstantinopel schildert. Geschichte und Kultur dieses antiken Imperiums haben mich schon immer fasziniert. Der erste Satz ist eine Apotheose des byzantinischen Mystizismus, die folgenden Sätze beziehen sich auf wichtige Ereignisse und Wendepunkte in Waltaris Roman“, sagt Olli Mustonen über seine Komposition, die den Konzertabend beschließen wird.