Joseph Haydn
Ouvertüre zur Oper L’isola disabitata (Die wüste Insel) Hob. XXVIII:9
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonia concertante Es-Dur KV 364 (320d)
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Während seiner Zeit im Dienst von Fürst Nicolas Esterházy war Joseph Haydn verpflichtet, jährlich eine Oper zu komponieren, somit boten sich dem Komponisten viele Gelegenheiten, in dieser Form zu experimentieren. Die Ouvertüre zu seiner zehnten Oper
L’isola disabitata – manche sagen auch achte – entstand 1779. Sie wird mitunter als „Miniatursinfonie“ beschrieben und ist ein hervorragendes Beispiel für Haydns Sturm-und-Drang-Stil: Mehrere Themen entfalten sich überraschend plötzlich und emotionsgeladen und werden durch eine farbenreiche Orchestrierung bis hin zu einem furiosen Finale kontextualisiert.
Wolfgang Amadeus Mozart bezeichnete sein erstes Werk für Violine, Viola und Orchester zunächst als Concertone, also großes Konzert. Erst unter dem Eindruck seiner großen Reise nach Mannheim und Paris 1777–79 ging er zu der Bezeichnung Sinfonia concertante – also ein Stück, das in der Mitte zwischen Sinfonie und Solokonzert angesiedelt ist – über, so, wie es gerade „en vogue“ war in diesen beiden Musikzentren. Der Charakter des Werkes ist durch den besonderen, majestätischen Gehalt der Tonart Es-Dur bestimmt. Zu den vielen Schönheiten des Werkes gehört gerade die Art, wie Mozart im Orchester auf die unterschiedlichen Soloinstrumente eingeht und sich vielfältig Dialoge zwischen den Instrumentengruppen, ausgehend von den Solostimmen, entspinnen.
Um „Mozarts Geist aus Haydns Händen“ zu empfangen, hatte die Bonner Hofgesellschaft 1792 den jungen Ludwig van Beethoven nach Wien geschickt. 11 Jahre später, als er im Theater an der Wien die Uraufführung seiner 2. Sinfonie dirigierte, hatte sich die Welt und das musikalische Wien grundlegend gewandelt: Die Französische Revolution hatte Europa mit Krieg und politischem Umsturz überzogen.
Napoleon Bonaparte war der Mann der Stunde, der in Frankreich eine bürgerliche Rechtsordnung schuf und freiheitlich gesinnten Zeitgenossen wie Beethoven als der Heros einer neuen Epoche erscheinen musste. Mit seiner Zweiten hat Beethoven das vollendete Spiegelbild jener ersten Jahre des neuen Jahrhunderts geschaffen. Obwohl dieses Werk gemeinhin als Abschluss seiner ersten, noch von Mozart und Haydn geprägten Periode gilt, kündet es im unbändigen Elan und der brodelnden Nervosität seiner Ecksätze, in den martialischen Klängen seiner Militärfanfaren und den ungeheuren Steigerungen
von einer neuen Zeit.