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PLUG&PLAY – Theaterfestival für junge Regie
Mainz Residenz
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Über das Jahr verteilt haben wir ganz verschiedene Künstler*innen bei uns zu Gast in der Mainz Residenz. Hier ein Überblick über die verschiedenen Projekte und Künstler*innen der Spielzeit 2025/26.
ROOTS
Im September 2025 probte unsere Regieassistentin Dalilah Hamam gemeinsam mit Ensemble-Mitglied Iris Atzwanger und der freien Schauspielerin Flora Udochi Egbonu an ihrem Projekt „Roots“. Darin setzte sie sich mit dem Thema „Haare“ und deren medialer Repräsentation auseinander - mit Fokus auf POC-/texturiertem Haar und der kulturellen, historischen und gesellschaftspolitischen Relevanz von Haaren, Haarroutinen bis hin zu rassistischen Beleidigungen und Übergriffen.
THANKS IT IS OVER
Im Oktober 2025 verbrachten die britischen Theatermacher*innen Caroline Horton und Alex Swift eine Woche in der Mainz Residenz. Nach einer 25-jährigen Zusammenarbeit untersucht ihr neues Stück „Thanks it is over“ die Komplexität, Fragilität und Widerstandsfähigkeit ihrer neurodivergenten Freundschaft und fragt, welche Faktoren sie immer wieder in die alternative Realität ihrer Proberäume zurückkehren lassen. Was bedeutet es, Räume der Sicherheit und kreativen Möglichkeiten, der Neuroqueerness, Queerness, Seltsamkeit und Hoffnung zu schaffen, angesichts einer Welt, die oft gleichgültig und feindselig erscheint? Was bedeutet es, sich zu verstecken, und was bedeutet es, gesehen zu werden? Ein Work-in-Progress von zwei Menschen, die scheinbar nicht aufhören können, sich in dunkle Räume zu begeben und seltsames Theater zu machen. Im fertigen Stück wird es Musik und Monster und etwas Wahnsinn geben.
OM(ERT)A
Im November 2025 war die deutsch-englische Company ThisEgg (www.thisegg.co.uk) für eine Woche in der Residenz zu Gast und recherchierte für ein neues Projekt namens OM(ERT)A – welches eines Tages eine seltsame und anarchische Erkundung von Wut, Liebe und vererbten Traumata sein wird. Es wird um Großmütter gehen, und auch um die Künstlerinnen selbst als Enkelinnen. Eine Spurensuche und Hinterfragung, wie sich die Lebensrealitäten der Großmütter von denen der jüngeren Generation unterscheiden oder was beide Welten miteinander zu tun haben. Vom zweiten Weltkrieg bis Brexit, vom misogynen Backlash-Rechtsruck hin zum Renten- und Altenpflegesystem. Ein Projekt über intergenerationelle Inspiration, Anerkennung, aber auch Abgrenzung und Selbstverortung. Und viel Spaß und Anarchie. Zu den Mitwirkenden dieser Mainzer Residenz-Woche gehörten Josie Dale-Jones, Katherina Sattler, Christina Deinsberger, Estelle Schmidlin und Shôn Dale-Jones.
KINDERBLUT FÜR DEN KÖNIG
Ebenfalls im Januar 2026 beschäftigte sich Ensemblemitglied Holger Kraft in seinem Residenz-Projekt mit dem realen Parallel-Universum einer Handvoll Tech-Milliardäre und deren Angst vor der Zukunft. Ausgehend vom Sachbuch „Survival of the Richest“ von Douglas Rushkoff ging das Projekt der Frage nach, wie zerstörerische Geschäftsmodelle sowohl die Umwelt als auch gesellschaftlichen Zusammenhalt ausbeuten, verraten und vernichten, und wie Personen wie Elon Musk und Peter Thiel sich immer stärker in die Politik einmischen, während dieselben Millardäre von einer Mischung aus Angst und Größenwahn angetrieben uns Normalsterbliche einfach nur hinter sich lassen wollen. Während sie gleichzeitig als Visionäre gefeiert werden…
DESIGN FICTION
Die Regisseurin Anne Monfort (Besançon/Paris) arbeitete im Februar/März 2026 mit einem deutsch-französischen Team an ihrem neuesten Projekt „Design Fiction“. Darin beschäftigte sie sich einerseits mit der Frage nach der Erstellung realistischer Zukunftsszenarien bzgl. des Klimawandels und andererseits ganz konkret mit der szenischen/theatralen Erzählung solcher Geschichten mithilfe von Science-Fiction. Unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Methoden (u.a. Strategic Foresight) und „klassischer“ dramaturgischer Plot-Entwicklung probierte das Team verschiedene Ansätze aus: Wie wird sich unsere nahe Zukunft und unsere Realität verändern – und wie können wir diese Veränderungen in ganz konkreten Geschichten auf der Bühne erzählen und damit „annehmbarer“ machen als z.B. einen rein wissenschaftlichen Vortrag?
FEMME PETRIFIEE
Im März 2026 war das Berliner Kollektiv Glossy Pain mit einem Teil der Crew (der Schauspielerin und Choreografin Claude Breton, dem Videokünstler und Schauspieler Sebastian Pircher und der Regisseurin Katharina Stoll) zu Gast in der Residenz in Mainz, um ihr Stück „Femme Pétrifiée“ weiterzuentwickeln: Sophie ist eine mittelmäßige Künstlerin Ende Dreißig, überzeugt vom eigenen Genie, das sie durch die Männer in ihrem Metier unterdrückt glaubt. Sie plant eine große künstlerische Geste, die Umweltaktivismus und ihre Kunst verbindet: Sie will zum Fossil werden. Und somit ihre eigene Endlichkeit überwinden und gleichzeitig auf die drastischen Folgen des Klimawandels hinweisen. Ein Abend über Vanitas und die alles bestimmende Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit.
THE DOOR
Im Juni 2026 wird das Duo Bert&Nasi (Bertrand Lesca und Nasi Voustsas) in der Residenz an einem neuen Projekt arbeiten, in welchem sie erneut zwischen absurdem Theater, Choreographien und Philosophien hin und her wechseln. Dabei wird eine Tür auf der Bühne zum zentralen Element des Stückes. Zwei Darsteller schlüpfen abwechselnd in die Rolle desjenigen, der durch die Tür tritt, um dem anderen etwas mitzuteilen. Immer wieder beginnt ein Kreislauf aus guten und schlechten Nachrichten und jedes Mal werden andere Reaktionen hervorgerufen. Von Freude bis Trauer, von einem Extremen zum anderen, zwischen Intimität und Melodramatik – bis sie sich schließlich in einem Chaos der Emotionen verlieren.