





von Philip Glass (2000)
Die Musik entspreche „einer Art Klangwetter, das sich dreht, umkehrt, umhüllt, entwickelt“, so Philip Glass über seine Komposition In the Penal Colony nach Franz Kafkas Erzählung. Der Text entstand 1914 als Reaktion auf eine Welt, in der Gewalt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erschreckend alltäglich geworden waren – ein Thema, das an Aktualität in keiner Weise verloren hat. Glass’ intensive Kammeroper für zwei Darsteller und ein Streichquintett unterstreicht die Zeitlosigkeit dieses Stücks in seiner Auseinandersetzung mit humanistischen Fragen angesichts der Todesstrafe.
In einer Strafkolonie steht die Hinrichtung eines verurteilten Mannes bevor. Ein Besucher soll sie beobachten. Der Scharfrichter, ein Offizier, beschreibt dem Besucher detailliert die Funktionsweise der Hinrichtungsmaschine. Es handelt sich um eine denkbar brutale Methode, von deren Richtigkeit der Offizier jedoch fest überzeugt ist: Er glaubt, dass die Maschine die Macht besitze, im Verurteilten einen Moment der Verklärung zu bewirken, in dem dieser die Falschheit seines Verbrechens vollständig verstehen könne. Der Besucher zeigt sich zunehmend entsetzt über das Vorgehen, sieht jedoch keine Möglichkeit, einzugreifen. Die Hinrichtung scheitert aufgrund eines Defekts, der Offizier steigt schließlich selbst in die Maschine und programmiert sie auf „Sei gerecht!“ …
von Philip Glass (2000)
Vorstellungsdauer ca. 80 Minuten ohne Pause
Einlass 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn
in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
→ Hinweise auf sensible Inhalte
→ Programmheft
→ Trailer
Musikalische Leitung: Andri Joël Harison
Inszenierung: Sophie Kochanowska
Bühnenbild: Matthias Werner
Kostüme: Viktoria Schrott
Licht: Tobias Wohlfahrt
Dramaturgie: Elena Garcia Fernandez
Offizier: Daniel Semsichko
Besucher: Mark Watson Williams
Soldat: Matthias Beitien / Julius Klinger
Verurteilter: Felipe Salazar / Jonas Wegner
Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Statisterie des Staatstheaters Mainz
von Friedrich Dürrenmatt (1956)
von Richard Wagner (1850)
von Anton Tschechow (1895)
Musik, Lesung und Gespräch zur Oper In der Strafkolonie