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Der Herzschlag des Theaters

Kunst-Flashmob
"Sein oder Nichtsein"

Mit einem Kunst-Flashmob haben Künstler*innen und Mitarbeiter*innen des Staatstheater Mainz am 17. November gezeigt, wie das Haus hinter den geschlossenen Vorhängen auf den Spielstätten, in den Werkstätten, auf den Probebühnen weiter pulsiert und atmet. Der Herzschlag des Theaters in der Stadtmitte läuft auf hoher Frequenz, Shutdown hin oder her – und sobald dieses Herz wieder künstlerischen Sauerstoff in die Stadt pumpen kann, sind wir bereit!

Dass es lebendige, analoge Kultur in dieser Zeit nicht geben darf, entzieht unserer Gesellschaft Wesentliches. Wir warten darum mit wachsender Ungeduld darauf, hoffentlich bald wieder für unser Publikum da zu sein. Das wollen wir mit dieser Aktion zeigen und haben dafür das Haus von innen nach außen gekrempelt: Projektionen in den Fenstern am Gutenbergplatz zeigten Kolleg*innen bei der Arbeit in den Werkstätten, die Ensembles und das Orchester bei den Proben. In kurzen Live-Acts brachen Darsteller*innen aus – auf dem Balkon, in geöffneten Fenstern, durch die Tür – befeuert von der Sehnsucht, vor Menschen zu spielen. Bis ihnen einfiel, dass das nicht geht und sie sich wieder zurückzogen…

So divers der Kulturbetrieb ist, eines gilt für uns ohne Unterschied – der Coronastillstand trifft uns ins Mark, inhaltlich und gesellschaftlich uns alle, finanziell in brutaler Härte vor allem die freie Szene. Wenn wir dafür kämpfen, als große Kulturinstitution sichtbar zu sein, tun wir dies durchaus stellvertretend. Es geht um Wahrnehmung. Um Wertschätzung. Um Lebendigkeit. Und um Existenzen. Darum war Teil der Aktion eine Demonstration von Mitgliedern des Schauspielensembles, die sich mit allen Freischaffenden/ Selbstständigen im Kulturbetrieb solidarisieren, denen durch die Schließung der Theater, Bühnen, Clubs und Veranstaltungsräume ihre Einkünfte wegbrechen.

Nach einem kurzen künstlerischen Aufbäumen wurde es dann wieder still und dunkel rund ums Staatstheater: Vorhang zu und alle Fragen offen. „Die Aussichten sind mehr als vage derzeit, das stellt unser Haus mit seiner komplexen Disposition vor große Probleme“, betonte Intendant Markus Müller, „die von der Politik nun für den 25. November angekündigten klaren Perspektiven brauchen wir dringend, wir brauchen Planbarkeit.“

Wie und wann wird es weitergehen? Wir hoffen auf jeden Fall bald und setzen auf die Treue und Solidarität unserer Besucher*innen, für die wir all das hier tun: Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluß! Es muß ein guter da sein, muß, muß, muß! (Bertolt Brecht)

Der Herzschlag des Theaters

Kunst-Flashmob
"Sein oder Nichtsein"


BESETZUNG

Video: Andreas Etter

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Die Fledermaus

von Johann Strauß (1874)

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Transit

nach dem Roman von Anna Seghers (1951)

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The Cell (UA)

von Po-Cheng Tsai



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