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bis 20. Dezember

Liebes Publikum,

die Theater zählen zu den sichersten Räumen des Landes. Nachgewiesenermaßen hat sich kein Besucher und keine Besucherin in einem Theater- oder Opernhaus mit Covid19 angesteckt. Hochleistungsfähige Lüftungsanlagen und strengstens ausgestaltete Hygienekonzepte sorgen für ein im Wortsinne risikofreies Klima.

Was aber soll nun geschlossen werden? Die Theater.
Im Namen der Kolleginnen und Kollegen protestieren wir, die Leitung des Staatstheater Mainz, gegen diese sinnlose Maßnahme.

Statt die wenigen gefahrlosen offenen Orte als Chance zu begreifen und den Menschen in einer Zeit der Einschränkungen, Sorgen und Fragen hier die Möglichkeit zu geben, sich nicht nur als Virenschleudern, sondern im Austausch miteinander als denkende und handelnde Individuen zu erleben, werden Theater grundlos verriegelt. Wird Kultur verhindert.

Wir sind uns unserer Verantwortung sehr bewusst. Der Verantwortung, mit höchster Ernsthaftigkeit und Wachsamkeit unsere Besucherinnen und Besucher sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Aber eben auch unserer Verantwortung, den Diskurs unserer Gesellschaft zu ermöglichen und mitzugestalten. Dies können wir mindestens für die nächsten Wochen nicht mehr tun – und wer weiß, wie lange das so sein wird. Das schadet uns allen.

Gewünscht hätten wir uns einen politischen Gestaltungswillen, der aktiv nach Möglichkeiten sucht, einer durch die strengen Kontaktbeschränkungen zunehmenden Vereinsamung alles entgegenzusetzen, was entgegengesetzt werden kann: wichtige Orte der Lebendigkeit als Rettungsinseln in einer Zeit, die jedem Einzelnen so viel abverlangt. Stattdessen wird in einem pauschalen Verhinderungsreflex, den wir kurzsichtig finden, diese kostbare Möglichkeit vertan.

Wenn die Politik ihren eigenen Vorgaben nicht mehr traut, verliert sie an Glaubwürdigkeit und Maßnahmen erscheinen willkürlich. Das gesellschaftliche Klima verändert sich gerade merklich, die Akzeptanz für politisches Handeln schwindet. Wir hätten dem gern weiter etwas entgegengesetzt.
Anders als im Frühjahr, als wir weniger wussten und nicht einschätzen konnten, wo die Gefahren lauern, tragen wir diese politische Entscheidung, die Theater zu schließen, nicht mit. Darum werden wir auch nicht mit virtuellen Formaten im Internet den analogen Phantomschmerz mildern.

Vorhang zu und alle Fragen offen.

Liebes Publikum, wir freuen uns mit Ungeduld darauf, wieder für Sie zu spielen. Bitte bleiben Sie an unserer Seite.

Markus Müller (Intendant), Hermann Bäumer (Generalmusikdirektor), Erik Raskopf (Geschäftsführender Theaterdirektor), Sonja Westerbeck (Chefdramaturgin Oper), Gabriele Donà (Leiter des Opernbetriebs), Jörg Vorhaben (Chefdramaturg Schauspiel), K.D. Schmidt (Leitender Regisseur), Honne Dohrmann (Tanzdirektor), Clarissa Messer (Chefdisponentin), Annika Rink (Leiterin Theatervermittlung), Christoph Hill (Technischer Direktor), Sylvia Fritzinger (Leiterin Kommunikation)

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Pimpinone oder Die ungleiche Heirat

von Georg Philipp Telemann (1725)

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Elektra | Iphigenie

nach Sophokles (um 413 v. Chr.), Johann Wolfgang von Goethe (1779), Hugo von Hofmannsthal (1903), Aischylos (um 458 v. Chr.) und Euripides (um 420 v. Chr.)

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The Cell (UA)

von Po-Cheng Tsai



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